Evaluierung Psychischer Belastungen?

ZUSAMMENFASSUNG

Bei der Evaluierung psychischer Belastung wird ausschließlich die Arbeit hinsichtlich bestehender psychischer Belastung analysiert, die zu Fehlbeanspruchung führen kann.

Unter psychischer Belastung wird die „Gesamtheit aller erfassbare Einflüsse“ verstanden, „die von außen auf den Menschen zukommen und diesen psychisch beeinflussen“

 


 

Seit 01.01.2013 ist diese Evaluierung für jedes Unternehmen nach ASchG-Novelle (BGBl. I Nr. 118/2012) gesetzlich vorgeschrieben.
Strafbestimmung bei Nichtdurchführung § 130 Abs. 1 Z 5 ASchG:
Geldstrafe von 166 € bis 8.324 € - im Wiederholungsfall Geldstrafe von 333 € bis 16.659 €

 

Arbeitsinspektion Arbeitsplatzevaluierung Psychischer Belastungen

 

In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben sich in Österreich die Krankstände = die gesundheitlich bedingten Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen fast verdreifacht. Für diese Entwicklung gibt es verschiedene Ursachen. Auffällig ist, dass MitarbeiterInnen vermehrt von hohen Anforderungen bei der Arbeit – „mehrere Aufgaben gleichzeitig betreuen“, „starker Termin- und Leistungsdruck“, „sehr schnell arbeiten müssen“, etc. berichten und sich dadurch auch zunehmen belastet fühlen. Hier kommt die Evaluierung psychischer Belastung ins Spiel!

Quelle: Krankheitsursachen für Krankenstände in Österreich - Fehlzeitenreport 2018, Leonie & Böheim, 2018

Psychische Belastung

Unter psychischer Belastung wird die „Gesamtheit aller erfassbare Einflüsse“ verstanden, „die von außen auf den Menschen zukommen und diesen psychisch beeinflussen“ - ÖNORM EN ISO 10075-1, 2018. Der Begriff „psychische Belastung“ ist also zunächst neutral. Psychisch beeinflussen meint dabei alle ausgelösten Vorgänge des menschlichen Erlebens und Verhaltens, d.h. Wahrnehmen, Verarbeiten von Informationen, Denken oder auch emotionale Vorgänge.
Die arbeitsbedingte psychische Belastung ergibt sich aus den Arbeitsbedingungen, z.B. aus der Arbeitsaufgabe oder Tätigkeit, dem Organisationsklima, der Arbeitsumgebung oder der Organisation.

 

Evaluierung

„Evaluierung“ bedeutet Beschreibung, Analyse, Bewertung. Bei der Evaluierung psychischer Belastung wird demnach die Arbeit hinsichtlich bestehender psychischer Belastung analysiert, die zu Fehlbeanspruchung führen kann. Die Evaluierung psychischer Belastung besteht aus der Umsetzung und der Dokumentation von 7 Arbeitsschritten:

  1. Arbeitsbereiche und Tätigkeiten festlegen

  2. Psychische Belastung ermitteln

  3. Psychische Belastung beurteilen

  4. Maßnahmen festlegen

  5. Maßnahmen umsetzen

  6. Wirksamkeit prüfen

  7. Evaluierung anpassen

 

Dokumentation

Die Evaluierung arbeitsbedingter psychischer Belastungen muss gemäß § 5 ASchG schriftlich dokumentiert werden als Papierdokument oder in elektronischer Form. Diese sind für die MitarbeiterInnen zugänglich aufzubewahren und auf Anfragen seitens Arbeitsinspektorat vorzulegen.

Verantwortung – Hilfestellung von außen
Gemäß § 4 Abs. 1 ASchG sind ArbeitgeberInnen dazu verpflichtet, die für die Sicherheit und Gesundheit der ArbeitnehmerInnen bestehende Belastung zu ermittleln und zu beurteilen.
Um eine sachgerechte Anwendung des Verfahrens im Betrieb sicherzustellen bzw. gute Ergebnisse in der Praxis zu gewährleisten wird empfohlen laut § 4 Abs. 6 Präventivfachkräfte bzw. sonstige geeignete Fachleute heranzuziehen unter Miteinbeziehung des Betriebsrats, Arbeitsmedizin und der Sicherheitsfachkräfte.
Quelle: Evaluierung psychischer Belatung im Dialog nach dem österreichischen ArbeitnehmerInnenschutzgesetz ASchG – www.auva.at Leonie & Schwinger, 2017

 

Für Sie zum Reflektieren

Haben Sie die Evaluierung der psychischen Belastung am Arbeitsplatz, die seit 01.01.13 gesetzlich verpflichtend ist, schon durchgeführt?
Nein? Dann tun Sie es, um eine Strafe abzuwehren!

Erkennen sie folgende Themen in Ihrem Unternehmen: Umgang mit viel Information, Fragmentierung der Arbeitsabläufe, Multitasking, hohe Anforderung an die Kommunikationsfähigkeit, Ansprüche nach Erreichbar- und Verfügbarkeit? Wenn ja, empfehlen wir Ihnen unsere Unterstützung in der Evaluierung.


Wie hoch sind ihre Kosten für Langzeit Krankenstände, Fluktuationen?
BGM – Betriebliches Gesundheitsmanagement ist der zukünftige strategische Rahmen im Unternehmen, um ganzheitliche Gesundheitsansätze wie Lebensführung, Ernährung, Bewegung und Entspannung miteinander zu verbinden. Ist corporate health, englischer Ausdruck für BGM – Betriebliches Gesundheitsmanagement, bei IHNEN, IHREM Unternehmen schon angekommen?


Wir bewirken Veränderung!

 

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Wie sind die ersten Schritte

 

 

 

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